Unternehmensberatung für Rindvieh- und Schweinehalter Hunte-Weser e.V.

Maissortendemo 2025

Maissortendemo 2025

Bereits seit über 20 Jahren gibt es die gemeinsame Maissortendemo der Landberatung Diepholz / Sulingen und der URS Hunte-Weser. Dabei erfreut sich die Veranstaltung noch immer wachsender Beliebtheit. In diesem Jahr konnten die Beratungsorganisationen 160 Teilnehmer auf der Fläche vom Hof Ohrdes in Schlahe begrüßen.

Insgesamt präsentierten 16 verschiedene Züchter und Vertriebsunternehmen jeweils 2 ihrer Sorten. Zusätzlich präsentierte die Beratung, wie in jedem Jahr, ihren Empfehlungsblock bestehend aus 8 Sorten. Aufgeteilt werden diese traditionell in 2 frühe, 3 mittelfrühe und 3 mittelspäte Sorten. Die Sorten des Empfehlungsblocks werden aufgrund ihrer Leistung in der jährlichen Ernteauswertung für Silomais der Landberatung, praktischen Beobachtungen im Feld und den LSV-Ergebnissen der Landwirtschaftskammer als für die Region besonders geeignet ausgewählt.

Insgesamt wurden somit 40 verschiedene Maissorten präsentiert. Eine Vielfalt, die in kaum einer anderen Sortendemo annährend erreicht wird. Und dennoch wird nur ein kleiner Teil der Sortenvielfalt an Maissorten dadurch repräsentiert. Laut dem Deutschen Maiskomitee e.V. (DMK) gibt es aktuell ca. 750 zugelassene Maissorten in Deutschland. Damit steht der Mais uneinholbar an Spitze der Sortenvielfalt vor Weizen mit etwa 200 zugelassenen Sorten.

Gerade mit Blick auf diese schiere Menge an Sorten verdeutlicht sich die Bedeutung regionaler Sortendemos und -versuche, um sichere Empfehlungen für eine standortangepasste Sortenwahl zu geben. Denn eine Sorte, die in Süddeutschland gut funktioniert, muss in unseren Breiten noch lange nicht zum Erfolg führen. Eine Standortangepasste Sortenwahl ist der Grundstein für den erfolgreichen Maisanbau in jedem Jahr.

Tabelle 1: Züchterblock Maissortendemo 2025



Tabelle 2: Empfehlungsblock der Beratung Maissortendemo 2025

 


Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Einflussfaktoren aus Ackerbau, Düngung und Pflanzenschutz, die den Erfolg oder Misserfolg eines Maisanbaujahres bestimmen. Um einigen dieser Fragestellungen auf den Grund zu gehen, legen wir seit mehreren Jahren unterschiedliche Demonstrationsversuche in einem Sonderblock neben der Sortendemo an. So haben wir in den letzten Jahren zum Thema Bodenfruchtbarkeit eine Methode der Etablierung einer Vielfältigen Zwischenfrucht als Maisuntersaat präsentiert. Zum Thema Unterfußdüngung einen Vergleich verschiedener Unterfußdünger und in einem weiteren Jahr einen Stickstoff-Unterfuß Steigerungsvergleich. Im vergangenen Jahr haben wir uns dem Ackerbaulichen Thema der richtigen Einstellung an der Einzelkornsämaschine gewidmet und verschiedene Maschineneinstellungen mit dem Precision Planting Flagging Kit ausgewertet.

In diesem Jahr war dann das Thema Boden wieder an der Reihe. Als Gastreferent erklärte Dr. Franz Antony vom Ingenieurbüro Ingus ausführlich ein großes Bodenprofil. Neben der eiszeitlichen Entstehungsgeschichte der Geschiebe-Sande im Sulinger Raum, wurde auch die jahrhundertelange Heidenutzung durch den Menschen thematisiert. Die Heide gibt über ihre Wurzeln versauernde Stoffe in den Boden ab. Diese sorgen für eine schnelle Alterung der Böden und haben viele Probleme zur Folge denen wir uns heute im Ackerbau stellen müssen (Abbildung 1). 



Abbildung 1: Bodenprofil am Standort der Maissortemo 2025  

Man erkennt im Bodenprofil das große Problem des Standorts, die Wurzeln der Maispflanzen gelangen nur bis zur Grenze des dunklen A-Horizonts und schaffen es nicht in den darunterliegenden hellen B-Horizont zu wachsen. So geht viel Wurzelraum verloren und auch der Wasseranschluss in tieferen Bodenschichten ist nicht gegeben.

Der Grund hierfür liegt in der Historie. Die Versauerung durch die mittelalterliche Heidenutzung sorgt für eine beschleunigte Podsolierung. Ausgespülte Eisen-, Aluminium- und Humusverbindungen sammeln sich in einer Sperrschicht. Auf unseren im modernen Ackerbau genutzten Böden geschieht dies häufig auf der Pflugsohle. Diese ausgespülten Verbindungen bilden eine Schicht aus verkittetem, zementartigem Sand, dem sogenannten Orthsand, als Vorstufe zum bekannten Orthstein. Bei genauem Hinsehen kann man einen rötlichen Schimmer in einer nur wenige Zentimeter dicken Schicht direkt oberhalb des hellen B-Horizonts erkennen. Dieser rötliche Schimmer stammt vom ausgespülten Eisen.

Der Übergang vom dunklen Oberboden in den hellen Unterboden sollte nie abrupt sein. Besonders in der rechten Profilwand kann man gut erkennen, dass an diesem Standort der Übergang wie mit dem Lineal gezogen scharf abgegrenzt ist. Dieser Übergang und die entstandene Orthsandschicht müssen mechanisch gebrochen und gelockert werden. Beispielsweise durch die Bearbeitung mit einem Tiefenlockerer. Diese Bearbeitung muss über mehrere Jahre wiederholt und mit einer tiefwurzelnden Zwischenfrucht kombiniert werden. Denn nur durch die biologische Stabilisierung der Wurzeln der Zwischenfrucht erhält sich die mechanische Lockerung auch langfristig.

-Kevin Rohde (Landberatung Sulingen)